Mittwoch, 15. Juni 2011

Das letzte Tabu

„Das Team von VITAL-SUITES wünscht Dir viel Erfolg auf Deinem Weg und möchte Dich mit all seiner Kraft in diesem Portal dabei unterstützen. Keine Taboos ... das ist eines unserer wichtigen Ziele!“ [1]
Ein alltäglicher Vorgang. Sicher werden täglich Dutzende von deutschen Wörtern frisch amerikanisiert und in der Regel ist das der Beginn eines Siegeszugs. Und dennoch, ich weiß nicht warum: „Taboo“ scheint mir etwas Besonderes zu sein. Ein Tabubruch ist geschehen, eine Art von Wörtern, bisher von einem Zauber behütet, ist nun schutzlos geworden. Welche es wohl treffen mag? Wird man bald statt „ich gehe nach Hause“ „ich gehe nach House“ schreiben?



Hierzu gibt es eine ausführliche Diskussion unter http://sprachlog.posterous.com/taboobruche







Kommentare:

Peer hat gesagt…

Mal direkt zum Artikel:
Eine Webseite enthält also einen Schreibfehler? Ich denke, da wäre es noch etwas zu früh, um von einer Sprachwende zu reden. Vielleicht waren die Betreiber auch einfach zu faul einen Duden zu bemühen (und vielleicht kommt jemand derer aus dem englischsprachigem Raum)?
Jedenfalls ergab eine Google-Suche deutschsprachiger Treffer keine Webseiten, die "Tabu" "Taboo" schreiben (Die Taboos dort sind Markennamen oder beziehen sich auf den Rapper oder das Firefox-Add-On).
Also Entwarnung :-)

Ludwig Trepl hat gesagt…

Keine Entwarnung. Das ist eben das Wesen des Tabubruchs: Es muß nur einmal passieren, und dann ist kein Halten mehr (es sei denn, man bringt den Tabubrecher gleich um, wie man's wohl gemacht hat, als Tabus noch Tabus waren). Denn vom Tabu wird geschützt, was ungeheure Anziehungskraft hat. Und was hat größere auf einen Deutschen als die Vorstellung, ein weltläufiger Mensch zu sein, möglichst in L. A. geboren?
Ich habe auch mit Google gesucht. Hätte ich "Taboo" häufiger gefunden, hätte ich nicht von Tabubruch geschrieben, sondern von einem sich vollziehenden Sprachwandel.