Donnerstag, 16. Juni 2011

Bakkalaureati im Bildungsbürger-Zentralorgan

„Brauchen wir mehr Studenten?“ So lautete die Überschrift eines Artikels in der Online-Ausgabe unseres führenden Bildungsbürgerblattes vom März 2010.[1] Er löste eine Debatte aus, an der sich, wie es sich für Die Zeit gehört, nur Leute mit Hochschulreife, meist Studenten, beteiligten. Jedenfalls war das mein Eindruck. Die folgenden Auszüge[2] lassen Zweifel daran aufkommen, daß der Bildungsbürger von heute in jeder Hinsicht dem Bild entspricht, das man sich von einem solchen immer noch gerne macht:
„Unfair finde ich als Bachelor Student wie dieser Abschluss dargestellt wird. Es stimmt nicht, dass es keinen Bedarf nach BA-Absolventen gibt. Doch muss sich die Wirtschaft erst 100%ig auf diese einstellen (Anfänge sind gegeben)! Es ist die Aufgabe der Wirtschaft auch ihr System an BA-Absolventen anzupassen.“
„Werde halt zu sehen müssen wie ich [mit meinem Bachelor-Abschluß] überlebe.... aber ihr mit Diplom könnt ja mein Hartz-IV finanzieren, denn ihr seit die Leistungsträger!“
„Ich finde es gut die Wahrheit zu sagen/schreiben und ich finde es gut, wenn wir uns damit auseinander setzen. ... Ein Industriebetrieb braucht einen Techniker und einen Ingenieur! und keinen Bucheler oder Bachelor.
Und diese Leute müssen Eisen bearbeitet und eine Lehre gemacht haben.
Nur mit dummen Sprüchen und schönen Folien können sie ihren Job nicht gut machen.“
„Achso und das Wissen sollte natürlich im Internet verfügbar sein, in schön aufbereiteter Form, ein erster Schritt, der fast nichts kosten würde, wäre die Millionen von Skripte die unsere Profs jedes Jahr produzieren (und dann meist wieder löschen) einfach mal in einer zentralen Datenbank zu verlinken.“
„Wenn, wie vorgeschlagen, die Abiturienten betriebliche Ausbildungen anstreben hat dies nur zur folge das die Schulabgänger ‚unterhalb’ Abi verdrängt werden.
Folge: Noch mehr Judendliche ohne Ausbildung und/oder Abi als Mindeststandard und/oder eine Schwemme an Abgängern aus betr.Ausbildung - Wer will das?“
„Ein Diplom Ingenieur was besser ausgebildet, hatte praktisch aber keine/ kaum Erfahrung. Der Bachelor will die Balance zwischen Theorie und Praxis halten. Also verkennt die Möglichkeiten nicht. Es sind nämlich wir (meine Generation und unsere Kinder) die Eure Rente erwirtschaftet!“
„Meiner Meinung anch sollte eine Person, welche es über ein Abitur an die UNI oder FH geschafft und dort einen Bachelor oder Master erworben hat in die Grundlagenforschung eintreten. Es ist Tatsache, dass solche Personen nach ihrem Studium noch lange nicht Arbeitsfähig sind und daher der Teil mit den Innovationen sehr schwach ausfällt.“

Das waren die Zeit-Leser. Nun aber Die Zeit, Kulturteil, selber:
„Lohengrin will nicht der Schützer von Brabant sein. Er will seine Liebe zu Elsa leben, ohne sich für seine Herkunft zu rechtfertigen. Doch eine Liebe jenseits aller Kontexte ist unmöglich.“[3]
Da drang aus meinem Stöhnen / ein Laut so klagevoll / der zu gewalt’gem Tönen / weit in die Lüfte schwoll.




[2] Ich habe die Zitate kopiert, nicht abgeschrieben, auch die Tippfehler sind also nicht von mir. – Es gab nicht besonders viele Debattenbeiträge, die oben wiedergegebenen machen einen sehr großen Teil aus.

Kommentare:

Der Emil hat gesagt…

Auch, wenn ich es spät anmerke, aber wurde dort wirklich über “ Judendliche ” geschrieben / gesprochen?

Ludwig Trepl hat gesagt…

Ja