Sonntag, 19. Oktober 2014

Titel geben


„Auch wird Ken Dukens Titel gebende Klugscheißer-Figur, die einem zunächst herzlich unsympathisch ist .....“[1]
Eine  Figur gibt also Titel. Wie das wohl zugehen mag? Sie vergibt nicht Titel, wie Königin Elisabeth oder die Fakultät einer Universität, sondern gibt Titel. Vielleicht  muß man es sich ähnlich vorstellen wie bei einem Hund, der Pfötchen gibt.



[1] http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-3309.html


Samstag, 18. Oktober 2014

Nato kleiner als alle glaubten


„Kobane: Lévy zweifelt Nato-Mitgliedschaft der Türkei an.“[1]
Also wohlgemerkt: Er zweifelt nicht etwa daran, daß es richtig ist, die Türkei in der Nato, zu der sie jetzt gehört, zu lassen, sondern daran, daß die Behauptung richtig ist, die Türkei sei Mitglied der Nato. Da bürdet er - oder der Spiegel-Journalist - sich aber einiges an Beweislast auf.




[1] http://www.spiegel.de/politik/ausland/kobane-bernard-henri-levy-zweifelt-nato-mitgliedschaft-der-tuerkei-an-a-996783.html


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Bildungsnotstand bei der Zeit


„Viele junge Deutsche sind gebildeter als ihre Eltern – das belegt eine neue Studie. Seltsam nur: Kürzlich behauptete eine andere Studie das Gegenteil.“[1]
Welch ein Elend, und das im Zentralorgan des Bildungsbürgertums! Die Behauptung, viele junge Deutsche seien gebildeter als ihre Eltern, widerspricht keineswegs der Behauptung, viele junge Deutsche seien ungebildeter als ihre Eltern, selbst wenn man den gleichen Maßstab angelegt hat. Hundertausend junge Leute, die gebildeter sind als ihre Eltern, sind ziemlich viele. Die Behauptung wird nicht dadurch widerlegt, daß hundertausend andere junge Leute, also auch ziemlich viele, weniger gebildet sind als ihre Eltern.




[1] http://www.zeit.de/2013/08/Bildung-Absteiger-Studie


Dienstag, 30. September 2014

Journalisten


Das Wesen des Journalisten ist nicht so leicht zu ergründen. Er ordnet die Welt mittels weniger Begriffe, die er von anderen Journalisten aufgeschnappt hat und die sich im allgemeinen durch eine ungewöhnliche Dümmlichkeit auszeichnen, ähnlich wie die Worte des Jahres. Aber nach welchen Gesetzen geht es da zu? Ich dachte immer, es verstanden zu haben. Was sie mögen, wird, wenn sich nicht mehr länger verheimlichen läßt, daß da etwas faul daran ist, mit einem Euphemismus benannt, beispielsweise „Steuersünder“, damit die Leute denken, Verbrecher dieser Art seien ähnlich einzusortieren wie Parksünder. Mögen sie etwas nicht, machen sie es umgekehrt. Wer Putin analysiert, wird zum „Putinversteher“, damit man denkt, er hätte Verständnis für Putin. Das gibt es natürlich auch, aber „Putinversteher“ sind ja nicht nur Leute, die für ihn Verständnis haben, sondern auch solche, die sich seine Motive erklären wollen, ohne sie damit zu billigen. Aber warum, frage ich mich nun, gibt es „Europaskeptiker“? Der Journalist als solcher haßt  diese Leute, sonst wäre er keiner, jedenfalls wäre er nicht bei einem richtigen Medium wie etwa der Zeit oder der ARD, und er könnte doch, sollte man meinen, sich für sie einen Namen ausdenken, der dazu beiträgt, daß man sie haßt, z. B. „Europahasser“. Damit würden sie in die Nähe von anderen Europahassern gerückt, z. B. in die Nähe von Putin oder der Islamisten, und das müßte dem Journalisten doch recht sein. Aber Skeptiker zu sein ist an sich nichts Schlechtes, skeptisch ist sogar der Jounalist selber, jedenfalls manchmal. „Europaskeptiker“ müßte in seinen Augen doch eine Verniedlichung sein, die man auf keine Fall verwenden darf. Versteht das einer?


Sonntag, 28. September 2014

Sportreporteräre Probleme


Wenn sich ein Spieler an den Oberschenkel faßte, sagten die Sportreporter bisher: Der hat Muskelprobleme. Seit kurzer Zeit, meinem Eindruck nach erst seit der letzten Fußballweltmeisterschaft, sagen sie das nicht mehr, sondern behaupten, er habe muskuläre Probleme. Was werden sie wohl aus Knochenproblemen machen?



Mittwoch, 27. August 2014

Der Schokoriegel als Respektsperson


Manchmal hat die Vernunft sogar Wikipedia auf ihrer Seite. Wenn gilt
Respekt (lateinisch respectus ‚Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung’“, auch respecto ‚zurücksehen, berücksichtigen’) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person (Respektsperson) oder Institution“,[1]
dann ist das:
„Satt zum Billigtarif. Wo bleibt der Respekt vor dem Essen?“[2]
Blödsinn.


[1] Wikipedia, Stichwort Respekt.
[2] „BürgerForum live“ 26.1.11, Bayerisches Fernsehen.

Donnerstag, 21. August 2014

Warum einfach?


„Die Interviewauswertungen weisen eher einen Notfallcharakter für dieses Netz aus: wenn dringend Hilfe in Form von Kinderbetreuung, Fahrdiensten oder emotionalem Beistand benötigt wird, wird auf diese personellen Ressourcen zurückgegriffen.“[1]
Gemeint sind Pflegedienste. Aber es bringt einen ja auf der Karriereleiter nicht voran, wenn man’s so einfach sagt, da greift man besser auf personelle Ressourcen zurück.


[1] https://www.yumpu.com/de/document/view/13212311/gesundheitliche-belastungen-und-ressourcen-allein-erziehender-/3