Mittwoch, 27. August 2014

Der Schokoriegel als Respektsperson


Manchmal hat die Vernunft sogar Wikipedia auf ihrer Seite. Wenn gilt
Respekt (lateinisch respectus ‚Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung’“, auch respecto ‚zurücksehen, berücksichtigen’) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person (Respektsperson) oder Institution“,[1]
dann ist das:
„Satt zum Billigtarif. Wo bleibt der Respekt vor dem Essen?“[2]
Blödsinn.


[1] Wikipedia, Stichwort Respekt.
[2] „BürgerForum live“ 26.1.11, Bayerisches Fernsehen.

Donnerstag, 21. August 2014

Warum einfach?


„Die Interviewauswertungen weisen eher einen Notfallcharakter für dieses Netz aus: wenn dringend Hilfe in Form von Kinderbetreuung, Fahrdiensten oder emotionalem Beistand benötigt wird, wird auf diese personellen Ressourcen zurückgegriffen.“[1]
Gemeint sind Pflegedienste. Aber es bringt einen ja auf der Karriereleiter nicht voran, wenn man’s so einfach sagt, da greift man besser auf personelle Ressourcen zurück.


[1] https://www.yumpu.com/de/document/view/13212311/gesundheitliche-belastungen-und-ressourcen-allein-erziehender-/3

Freitag, 4. Juli 2014

Anstachelnder Zufluchtsort


„Privat geführtes Resort im Naturpark Oberer Bayerischer Wald mit vielfältigen Incentive-Möglichkeiten: Umgeben von Natur werden Wellness, authentisches Ayurveda, Golfsport und ausgewählte Teambuilding-Programme angeboten.“[1]
Die wichtigsten Wörter in diesem Satz waren mir unbekannt, darum hab’ ich nachgedacht und nachgesehen. Resort heißt Ferienort, Badeort, Zufluchtsort; Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst; normalerweise besteht eine Behandlung aus Medizin, spezieller Diät und vorgeschriebener Tagesroutine. Teambuilding müßte z. B. das sein, was ein Nationaltrainer tut, wenn er aus Spielern, die verschiedenen Vereinen entstammen, eine Mannschaft formt. Was Wellness heißt, glaubte ich schon zu wissen. Incentive aber, so erfuhr ich, heißt Anreiz, Ansporn, Aufreizen und wird darum sicher auch hier etwas Ähnliches bedeuten. Dann ist aber der Doppelpunkt fehl am Platz. Er bedeutet, daß Wellness, Ayurveda, Golfsport und Teambuilding Möglichkeiten des Anreizens sind. Nun sind aber, wenn meine Quellen nicht lügen, die drei erstgenannten doch eher mit der Vorstellung des Beruhigenden verbunden.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Wüste Spiele


Beim Spiel Algerien gegen Deutschland haben Massen von Kommentatoren Wüstensöhne auf dem Platz gesehen. Nun dürfte der Anteil der Wüstenbewohner an der Bevölkerung Algeriens ähnlich hoch sein wie der der Alpenbewohner an der Bevölkerung Deutschlands. Da Fußballberichterstatter in Algerien sicher von ähnlicher Intelligenz sind wie ihre deutschen Kollegen, hat man dort, vermute ich, vom Spiel der Nationalmannschaft gegen die Gletschersöhne oder die Almdudler geschrieben.



Freitag, 27. Juni 2014

Bitte nur noch Englisch!


Manchmal wünscht man sich, daß die Anglisierung schneller vorankommt und man nicht mehr solche Übersetzungen aus dem Amerikanischen lesen muß:
Aus der Todesgruppe herauszukommen war immer eine Frage des Überlebens für die Vereinigten Staaten. Überleben und in die zweite Runde. Nun, da die USA voranschreiten, wechselt sich der Fokus.“ (USA Today, www.gmx-net; es geht um die Fußball-Weltmeisterschaft.)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Volk von Königen


„Kopten: Die christlichen Nachfolger der Pharaonen“, titelt evangelisch.de.[1]
Es könnte schon sein, daß ich ein Nachfahre Augusts des Starken bin; der soll ja über hundert uneheliche Kinder gezeugt haben, und zumindest einige von ihnen waren sicher recht fruchtbar. Aber sein Nachfolger bin ich ganz bestimmt nicht.

Freitag, 20. Juni 2014

Volltreffer


„Der große Satan trifft die Achse des Bösen“. Das war vor drei Tagen die Schlagzeile der taz.
Man fragt sich, womit er die denn getroffen hat. Mit dem Pfeil? Aber der Satan hat vielleicht gar keinen, er ist weder Amor noch Apollo. Oder volley aus 20 Metern mit dem Außenrist? Nicht ausgeschlossen in diesen Tagen. – Treffen in der von der taz gemeinten Bedeutung kann der Satan seine Großmutter, das geschieht vielleicht sogar täglich; oder George W. Bush jr. nach dessen Ableben. Oder ist der große Satan mit diesem identisch? Ich weiß es leider nicht, zwischen den USA und ihren Feinden geht es derart teuflisch zu, daß einem ganz wirr im Kopf wird. Aber wie auch immer: In der Redaktionskonferrenz der taz werden die Überschriften-Designer sicher für ihre mißratene Metapher gepriesen.