Sonntag, 2. Oktober 2011

Probleme des Klassenkampfs

Es gibt rassistisch, sexistisch, marxistisch, ökonomistisch, nationalistisch, psychologistisch, islamistisch, kommunistisch, sozialistisch, fundamentalistisch usw., man denkt, das ließe sich ins Endlose fortsetzen. Aber dann liest man „klassistisch“[1] und schon hört man wieder die apokalyptischen Reiter galoppieren. Wie kommt das? Ich finde keinen Grund. Die Linguisten, deren Wirken sonst in den Dingen, um die es in diesem Blog geht, eher schädlich ist, könnten sich hier einmal nützlich machen.

Kommentare:

Antoninus hat gesagt…

Faktum, klassistisch:
"Die Ordnung in der Klasse läßt zu wünschen übrig. " (T.M:)

Ja, da muss der Klassenkampf effektiviert werden, mit Einschlag, Attributen, einem züngelnden Adjektiv! Nicht mehr so läppisch mist-, äh. MISSverständlich. „KHD: Klassistisch, Her Damit!
Weit und weiter so, Klassenkämpfer!

Da ist eine Geschichts- und Revoluzzerleere entstanden, die weh tut. Oh, Klampf, pardon: Kampf der Klasse, wacker geschmiedet die Sprachlehre!

"Die Ordnung in der Klasse läßt zu wünschen übrig."(T.M., aus: Die Buddenbrooks. 11. Teil, 2. Kap.); bei T.M. bedien dich der Adjektiva! Das zischt und zündet; SPRITZT und PRUNKT der WörterKlassenKampf, zumindest der Adjektiva.

Das muss doch zu nörgerln sein! Wenn schon die deutschen Lehr- Lehnwörter - Abtl.: Adj. - versagen!

Phaeake hat gesagt…

Vielleicht hängt die Ungebräuchlichkeit des Wortes damit zusammen, dass mit klassisch und klassizistisch schon zwei zu ähnliche Wörter etabliert sind.