Sonntag, 3. Juli 2011

Opi, eine Ini!

„Ini will Unis ohne Rüstungsforschung“, lautet eine taz-Überschrift am 30. Mai 2011.
Die PraktikantInnen (siehe Praktikanten) dürfen bei der taz jetzt offenbar nicht nur Unterüberschriften, sondern sogar richtige Überschriften schreiben. Was „Ini“ heißt, wird in dem Artikel nicht erklärt, man setzt es wohl als bekannt voraus. Ich vermute, es heißt Initiative und in den Kreisen der PraktikantInnen redet man halt so.
Es könnte aber auch sein, daß die Überschrift von einem richtigen, erwachsenen taz-Journalisten stammt, der das Ziel der mentalen Verjüngung der Gesellschaft verfolgt. Das ist ja nicht schlecht, wo sie doch rein biologisch gesehen immer mehr vergreist. Aber ein bißchen übertrieben find’ ich es schon, im Infantilisierungsstreben derart weit zu gehen. Papi, Mami, Omi, Opi, Ini, das gewöhnen sich die Kleinen sonst doch schon in der Vorschule wieder ab.

Kommentare:

Michael Allers hat gesagt…

Hier versagt des Autors sonstiger sprachlicher Scharfblick. Ini ist keine Verniedlichung wie Omi oder Opi, sondern eine Abkürzung, die aufgrund des Ausgangswortes nun mal auf 'i' endet. Vgl. Abi, Chauvi oder Navi.

Tipp: Wenn Sie Ini infantil finden, essen Sie keine Blini und hören Sie niemals Puccini! ;-)

Ludwig Trepl hat gesagt…

Danke für die Belehrung, Sie haben recht. Aber halb recht hab’ ich auch: Wenn Ini sich nicht wie eine Verniedlichung anhören würde, hätte es im heutigen geistigen Klima längst nicht so gute Chancen, sich auszubreiten. – Blini esse ich wirklich nicht, ich weiß gar nicht, was das ist. Muß man das heutzutage kennen?