Dienstag, 1. November 2011

Kommunistisches Manifest – verbesserte Auflage

„Im 2003 vom Hessischen Sozialministerium entwickelten Rahmenkonzept zur Verbesserung der Betreuung jüngerer Menschen mit Behinderung sowie chronisch Kranker in Altenpflegeheimen heißt es dazu, dass zum einen für Menschen mit Behinderungen, die bereits in Pflegeheimen leben, personenzentrierte Angebote und separate Wohngruppen zu bilden sind, und zum anderen je nach Wunsch und Bedarf ein selbstbestimmter und freiwilliger Umzug nach ihren Vorstellungen und Bedarfen in eine selbstgewählte Wohnform der Behindertenhilfe umgehend ermöglicht werden soll.“[1]
Man sollte die bekannte Marx’sche Definition des Kommunismus zeitgemäß umformulieren: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedarfen.





[1] Modellprojekt „Selbstbestimmt wohnen im Alter – Gestaltung sozialer Infrastruktur für Menschen mit Behinderung angesichts demografischer Herausforderungen“. Evangelische Akademie Hofgeismar, Zweiter Meilensteinbericht. http://www.ekkw.de/akademie.hofgeismar/Projekt/Zweiter%20Meilensteinbericht.pdf (8.9.2010).

Kommentare:

Phaeake hat gesagt…

Bedarf und Bedürfnis sind keine Synonyme. Ein Bedarf ist ein Bedürfnis, das sich mit Kaufkraft verbindet. "Jedem nach seinen Bedarfen" wäre also ausgesprochen unkommunistisch.
Ich weiß übrigens nicht, ob die Devise "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" wirklich von Marx stammt. Im "Manifest der kommunistischen Partei" findet sie sich jedenfalls nicht

Ludwig Trepl hat gesagt…

Es ist nicht aus dem Kommunistischen Manifest, sondern aus der Kritik des Gothaer Programms; (vielleicht steht es auch noch woanders, so sattelfest bin ich da nicht). Aber daraus ließ sich nicht so eine schöne Überschrift machen.
"Bedarf" benutzen die bürgerlichen Ökonomen, wie wir sie mal nennen wollen, in der Tat so, wie Sie schreiben. Aber haben die denn das Recht, festzusetzen, wie Wörter zu verwenden sind? Nicht einmal bei Wörtern, die sie selbst erfinden, gestehe ich ihnen das zu! Wenn ich sage: Mein Bedarf an Unterhaltung ist für heute gedeckt, dann hat das mit Kaufkraft nichts zu tun.

Holger hat gesagt…

Wenn Sie sagen, dass Ihr Bedarf an Unterhaltung für heute gedeckt sei, ohne dass dies mit Kaufkraft etwas zu tun habe, folgt daraus noch nicht, dass Sie diesen Begriff anders verwenden als die Ökonomen. Denn siehe: Bedarf ist Bedürfnis und zugleich Kaufkraft. Wenn das Bedürfnis nach Unterhaltung befriedigt ist, ist auch der Bedarf gedeckt, selbst wenn noch Kaufkraft vorhanden ist.

Natürlich können Sie den Begriff "Bedarf" auch noch ganz anders definieren. Aber vielleicht reicht es nicht aus, an dem von Ihnen zitierten Text zu kritisieren, dass dieser - im Gegensatz zu Ihnen - seine Begrifflichkeiten an der Ökonomie orientiert.