Donnerstag, 4. August 2011

Skorer


Detlef Guertler schlägt vor, „skoren“ in die deutsche Sprache aufzunehmen (http://blogs.taz.de/wortistik). „Ich sage also Ja zum Skoren. Und die Sprachnörgler mögen sich damit trösten, dass das englische Originalverb sich hier an die deutschen Gepflogenheiten anpasst. Genau so wie vor etwa hundert Jahren, als sich als deutsche Form der englischen 'cakes' der 'Keks' durchsetzte. Und den mögen ja auch Anglizismenhasser.“
Im Fußball ist der Skorer der Vorlagengeber. Da nun der Fußballreporter keineswegs deshalb Skorer sagt, weil er das Wort Vorlagengeber nicht kennt oder weil es ihm zu lang ist, sondern weil er sich aufblasen will, bin ich als notorischer Anglizismenfreundehasser (die Anglizismen selbst hasse ich nicht, die können ja nichts dafür) weiterhin für Vorlagengeber – solange, bis Skorer so gewöhnlich geworden ist wie Reporter, so daß kein Reporter sich damit mehr aufblasen kann. 

Kommentare:

Antoninus hat gesagt…

Irgendwie schon diese Fremdworte ... gehört, obwohl ich sie noch nie ge- oder benutzt habe:
scoren Scorer Topscorer All-Time-Scoring.
Gibt's noch mehr scorende Wörterchen, die auf dem Einmarsch in die Sportfelder und die kehligen Sprecherei von Reportern und Sportsleute selbst warten?

Ich ge-brauche dieses Wörter nicht; möchte sie aber verstehen; deshalb bin ich - öfters - dankbar für Aufklärung über Verlautbarungen von Sprachwissern und Sport-Lautsprechern, wie es so läuft oder scoren tut in den Hallen, Sportplätzen .. und besonders auf den muss-grünen Fußballfeldern.

Yeah - wenn mein Sohn Toscorer im (ober beim; also mit den Beinen im...) Basketball (nicht: Korbball) wäre - naja, dann!
Aber er ist Topscorer bei den HARTZlern, die mit ihren An- oder Widersprüchen befriedigt werden sollen.
Da macht ein Klient den TOP-Paragraphen-und-Bundessozial-Gerichts-Urteilen-Jäger.

n.e. hat gesagt…

Beim Scorer handelt es sich aber keineswegs um den Vorlagengeber (auch wenn diesem, sowie dem eigentlichen Torschützen ein sog. Scorerpunkt zugeschrieben wird). Als Scorer wird der Torschütze selbst bezeichnet, wobei das laut Wikipedia eigentlich ebenfalls nicht richtig sei, weil - zumindest in Sportarten aus dem amerikanischsprachigem Raum (und daher wurde der Begriff des Scorers wohl importiert) damit normalerweise der Anschreiber, der den Spielstand festhält, gemeint ist.