Mittwoch, 23. November 2011

Katholischer Orden für „Studierende“

Der Hamburger Linguist A. Stefanowitsch hat mittels Google-Books herausgefunden, daß man im 19. Jahrhundert „Studierender“ häufig in der Bedeutung von „Student“ benutzt hat und daß dieser Brauch im 20. Jahrhundert wieder verschwunden ist.[1] Weil das so ist, meint er, sich nicht mehr rechtfertigen zu müssen für die Verwendung von „Studierende“ in diesem Sinn[2], zu der er sich aus politischen Gründen verpflichtet glaubt.
Ein Leser seines Blogs hat – unter dem Pseudonym „Studierendenfutter“ – auf einen zustimmenden Kommentar, nämlich
„Daß das Wort ‚Studierenende(r)’ relativ alt ist, ist sicherlich ein treffendes Argument gegen die verfehlte Annahme, ‚Studierender’ könne nur denjenigen bezeichnen, der gerade in diesem Augenblick ‚am studieren’ ist.“
so geantwortet:
„nö, es nur ein beleg dafür, dass auch anno tobak bereits unsinn geredet wurde“ – eine einfache Wahrheit, die Herrn Stefanowitsch und seinen Anhängern offenbar verschlossen ist. Einen gerade nicht trinkenden Trinker einen Trinkenden zu nennen bleibt Unsinn, auch wenn sich herausstellen sollte, daß das im 18. Jahrhundert bereits getan wurde; nur durch lange Gewohnheit kann ein Fehler es dazu bringen, keiner mehr zu sein, wie im Falle der „Lehrenden und Lernenden“.
Der Blog-Leser Helmut Wicht hat von einem „antiquarischen Fehlschluss“ gesprochen. Ich möchte statt dessen die Bezeichnung „katholischer Fehlschluß“ vorschlagen. Die römisch-katholische Kirche lag im Mittelalter jahrhundertelang im Streit mit den Ostkirchen; meist ging es darum, wie es sich theologisch begründen läßt, daß der Papst wichtiger ist der Patriarch von Konstantinopel oder andere Patriarchen. Das entscheidende Argument war immer, daß irgendeine Meinung bereits früher schon dagewesen ist; gewonnen hatte, wer nachweisen konnte, daß die seine sich in einem älteren Schriftstück finden läßt als die des Gegners. So ließ sich mehr oder weniger jeder beliebige Stuß rechtfertigen.
Die katholische Kirche sollte Herrn Stefanowitsch für die Wiederbelebung dieser Methode eine Auszeichnung verleihen. Die haben da recht hübsche. Der bekannte Germanist und Wissenschaftsfunktionär Prof. Frühwald bekam, so hörte ich, für seine Verdienste als Beiratsvorsitzender des Cusanuswerks einen Orden, der ihm das Privileg verleiht, hoch zu Roß in den Vatikan einzuziehen. Herr Stefanowitsch sollte, falls er es nicht schon kann, reiten lernen.

Dienstag, 22. November 2011

Anglizismus der Sonderklasse

Zum Peinlichsten, was wir über uns ergehen lassen müssen, gehört das "Wort des Jahres"[1]. Der "Sprachpanscher des Jahres" (dieser Titel, nicht unbedingt der damit Ausgezeichnete) muß sich dahinter aber nicht verstecken.  Nun haben beide Konkurrenz bekommen: Es gibt den "Anglizismus des Jahres"[2]. Er hat durchaus Chancen, beim Deppendeutsch-Ranking gleichzuziehen: "Hacktivism" gehört zu den für das Jahr 2011 nominierten Wörtern.

Grüner Transport ins Jenseits

„’Die Ökologie transportiert eine Heilserwartung’, sagen Sozialwissenschaftler, ‚da schwingt etwas Transzendentales mit’’’. Das schreibt die FAZ in einem Artikel über die Grünen.[1]
Irren die Sozialwissenschaftler oder irrt die FAZ? „Ich nenne alle Erkenntnis transzendental, die sich nicht sowohl mit Gegenständen, sondern mit unserer Erkenntnisart von Gegenständen, sofern diese a priori möglich sein soll, überhaupt beschäftigt“, steht in der Kritik der reinen Vernunft. Da läßt sich nicht so leicht eine Verbindung zum Transportgeschehen bei den Grünen entdecken. Wahrscheinlich soll es „Transzendentes“ heißen, das paßt einigermaßen zu „Heilserwartung“. Ich glaube nicht, daß das ein Tippfehler ist.

Montag, 21. November 2011

Ein Aus und Vorbei



„Der Sozialverband Deutschland ist für ein Aus der Rente mit 67“, teilte uns die taz [1] mit.

Man muß wohl Linguistik oder Germanistik oder was weiß ich, was dafür einschlägig ist, studiert haben, um heutzutage einen Satz in einer Tageszeitung entschlüsseln zu können. Bedeuten tut die Aneinanderreihung von Wörtern nichts, aber man kann ja versuchen zu erraten, was sie bedeuten sollte. Vielleicht, daß der Sozialverband meint, es solle aus sein mit der Rente mit 67? Statt dessen sollte es eine Rente mit 65 oder 69 geben? Dagegen spricht, daß es die Rente mit 67 bisher gar nicht gibt, es mit ihr also auch nicht aus sein kann. Oder meint er, daß jemand aus der Rente mit 67 „heraus“ sollte, vielleicht ein bestimmter Rentner, oder der Rentner als solcher, was sich möglicherweise durch Ausfüllen von Formularen hinbekommen ließe? Auch gegen diese Interpretation spricht, daß es die Rente mit 67 ja gar nicht gibt. Oder sollten wir oder der Staat aus der Rente mit 67 „heraus“? Eine seltsame Formulierung, gewiß, aber sie bedeutete wohl, daß Pläne, die Rente erst ab einem Alter von 67 zu zahlen, nicht weiter verfolgt werden sollten. Das könnte es sein, was uns der Autor mitteilen wollte.



[1] 12. August 2010

Samstag, 19. November 2011

Demokratie, Bürokratie und Aristokratie

Im Blog des Linguistikprofessors A. Stefanowitsch[1] tobte vor kurzem ein Kampf darum, ob es der oder das Blog zu heißen hat:
„Nur liegen mein Sprachgefühl und der Duden da falsch: der Blog ist die dominante Form, nur eine Minderheit der deutschen Sprachgemeinschaft bevorzugt das Blog ... Mir, und allen anderen, für die es das Blog heißen muss, sage ich deshalb: Der Kampf ist vorbei. ... Sprachgefühl hin oder her, man muss wissen, wann es Zeit ist, aufzugeben.“
Mir sagt mein Sprachgefühl, daß es der Blog heißen muß, auch wenn die Herkunft von „Weblog“ das Blog logisch erscheinen läßt. Vermutlich liegt es bei mir daran, daß ich aufgrund des Dialekts, mit dem ich aufgewachsen bin und der mein Sprachgefühl regiert, zwischen „Blog“ und „Block“ keinen Unterschied bemerke. Aber wie auch immer: Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich in diesem Fall – es handelt sich um ein Kunstwort, da ist's oft schwierig – entschieden hat, was richtig ist.
Das aber entscheidet das Sprachgefühl, und zwar derer, die Deutsch können, nicht das einer Mehrheit, wie Herr A. S. und die anderen demokratischen[2] Sprachbürokraten meinen, und auch nicht das einer regelkonform eingesetzten Kommission, wie die undemokratischen Sprachbürokraten meinen. Die einen wie die anderen glauben, Sprache sei rundum eine Sache der Konvention. Ob man nun meint, eine Konvention habe sich zwanglos herauszubilden oder ob man meint, da seien vor allem bestimmte Verfahren einzuhalten wie nach Ansicht der Rechtspositivisten bei der Gesetzgebung, ist sekundär. Nein, liebe Sprachbürokraten, ich muß mich hier politisch outen[3]: In der Welt der Sprache geht es aristokratisch zu, und ich bin dafür. Es ist, wenn auch aus anderen Gründen, wie in der Wissenschaft: Nicht die Stimmen der Heerscharen zählten, die die Erde für eine Scheibe hielten, sondern die der wenigen, die es besser wußten.
NB: Damit nicht einer meint, ich zählte mich zu denen, die Deutsch können und dann, wie es die Art dieser Leute ist, loszetert, ich sei Anhänger einer aristokratischen Weltanschauung und möchte unsern Kaiser Wilhelm wieder haben usw.: Ich zähle mich nur zu denen, die auf die hören, die Deutsch können, so weit ich es halt begreife.




[2] Detlef Gürtler hat Stefanowitsch den Titel „Sprachdemokrat“ verliehen, siehe http://blogs.taz.de/wortistik/2011/08/19/sprachdemokrat/.
[3] Mein Rechtschreibprogramm kennt dieses Wort nicht. Was ist da los? Konterrevolution?

Donnerstag, 17. November 2011

Besuchervolumen

„Die Tagesausgaben pro Übernachtung betragen 110,50 Euro, das jährliche Besuchervolumen in Übernachtungen beträgt 1,4 Mio“, meldet das German Convention Bureau.[1]
Was mag wohl ein Volumen in Übernachtungen sein? Paßt ein Volumen in Übernachtungen hinein? Und läßt die Logik das überhaupt zu? Steckt da nicht ein Kategorienfehler drin? Was ein Besuchervolumen ist, wußte ich einst, als ich noch zur Schule ging. Man kann es ausrechnen, wenn man die Masse und das spezifische Gewicht des Besuchers kennt, oder so ähnlich. Aber das ist lange her. Heute hat man, wie uns der Ostdeutsche Sparkassenverband mitteilt, andere, exakte Methoden, die ich ganz und gar nicht mehr kapiere: „Unberücksichtigt bleiben auch Einrichtungen, die ihr Besuchervolumen nicht durch eine exakte Erfassung (z.B. durch verkaufte Eintrittskarten oder mit Hilfe eines Drehkreuzes) bestimmen können.“[2]
Nebenbei, für die, die nicht wissen, was ein Drehkreuz ist: So nennt das gewöhnliche Volk die Personenvereinzelungsanlage.

Mittwoch, 16. November 2011

Dönermorde

Siehe
http://kompetenzteam.antville.org/stories/2093043/





Superlativ der Superlative

Der Kommentator von Sat 1 am 2.11.11 beim Spiel Kopenhagen gegen  Hannover: Pogatetz ist „der fehlerfreiste Spieler“ von Hannover 96.
Das setzt dem Hyper-Mega-Supergau noch eins drauf. Besonders interessant ist, daß die Word-Rechtschreibhilfe „fehlerfreiste“ und auch „fehlerfreieste“ nicht rot anstreicht. Es kommt wohl zu oft vor. Und die Schreiber möchten ja vielleicht wirklich ihre Auffassung zum Ausdruck bringen, daß es möglich sei, weniger Fehler als gar keinen zu machen. Da wollen wir nicht vorschnell urteilen; die Mathematiker sollen ja auch herausgefunden haben, daß zwei mal zwei nicht unbedingt vier ergeben muß.

Dienstag, 15. November 2011

Aktive Kundenunzufriedenheit


„Zufriedene Kunden können als aktive Referenz wirken, d.h. sie erzählen anderen von ihren positiven Erfahrungen. ... Es hat sich gezeigt, dass unzufriedene Kunden ihre negativen Erlebnisse sehr oft weitererzählen.“[1]
Daß zufriedene Kunden anderen von ihren positiven Erfahrungen erzählen, war der Betriebswirtschaftswissenschaft offenbar von vornherein klar. Da hinkte sie den normalen Menschen, die das auch alle wissen, nicht hinterher und mußte nicht erst forschen. Rätselhaft ist aber, wie sie darauf kommt, daß man statt „sie erzählen anderen von ihren positiven Erfahrungen“ auch „als aktive Referenz wirken“ sagen kann und wieso das an dieser Stelle hinzugefügt werden muß. Daß aber unzufriedene Kunden ihre negativen Erlebnisse sehr oft weitererzählen, das mußte man erst in langwierigen wissenschaftlichen Untersuchungen herausfinden; eben dies pflegt gemeint zu sein, wenn in einem Text mit wissenschaftlichem Anspruch „es hat sich gezeigt“ steht. Man möchte gar nicht wissen, was diese Untersuchungen den Steuerzahler gekostet haben.

Montag, 14. November 2011

Weltgesundheit


„Die Gesundheit der Welt hängt von gesunden Ökosystemen ab.“[1]
Wie mag sich ein Ökosystem fühlen, wenn es krank ist? Schwindlig? Flau im Magen? Und vor allem: Wenn im gesunden Ökosystem der Fuchs den Hasen frißt – wird letzterem da nicht ein bißchen unwohl sein? Und wäre Unwohlsein nicht ein Zeichen mangelnder Gesundheit?
Ach so, schlecht fühlt sich nur der Hase, nicht das Ökosystem. Nun gibt es aber viel mehr Tiere, die von Tieren gefressen werden, als Tiere, die Tiere fressen. Ein fressendes Tier wird ja, wenn es nur ein einziges frißt, zwar manchmal satt, aber das hält in der Regel nicht lange an, und darum muß noch eins und noch eins ran usw. Es spricht also einiges dafür, daß das Wohlgefühl in einem Ökosystem nur das Befinden einer Minorität ist. Kann man dann trotzdem, denn Wohlfühlen müßte schon sein, vom Ökosystem sagen, es sei gesund? Und gar von der Welt? Das klärt sich, wenn man bedenkt, aus welcher Weltanschauung Sätze wie der zitierte fließen. Die Wirtschaft ist ja auch gerade dann gesund, wenn es vielen schlecht, wenigen aber eben darum ganz besonders gut geht.

Samstag, 12. November 2011

Metaphern-Volltreffer


Man müsse, sagte einer in der Tagesschau am 6. Nov. 2011, die Goldreserven angreifen, um die Feuerkraft des Euro-Rettungsschirms zu erhöhen. Ich suchte im Internet – vieltausendmal gibt es das. Bei Financial Times Deutschland hat der Schirm sogar eine Vierfach-Feuerkraft. Mir kam das komisch vor, ich durchforschte abermals mittels Google das Netz,  und tatsächlich, ich wurde fündig: In einem in Berlin geplanten Spionagemuseum will man schießende Schirme ausstellen. Was aber hat der Euro-Rettungsschirm mit Spionage zu tun? Gibt’s da finstere Machenschaften, die man uns verheimlicht? Und überhaupt: was hat das, was die da vorhaben, mit einem Schirm zu tun? Und ist es ein Regen-, ein Sonnen- oder ein Fallschirm? Kann man mit einer dieser Schirm-Sorten Banken retten, und sei es nur in einem übertragenen Sinn? Na ja, es wird schon seinen Sinn haben; all die Journalisten und Politiker und die Abermillionen von Lesern und Fern-Sehern, die das Wort frag- und klaglos hinnehmen, können sich doch nicht irren.

Freitag, 11. November 2011

Journalistenhumor


Es heißt ja immer: Die Gesellschaft ist heutzutage so komplex und die Zeiten sind so unsicher, daß Prognosen ganz unmöglich sind. Allen Voraussagen zum Trotz steht der Wald immer noch und die DDR gibt es nicht mehr. Aber daß am Tag der Wahl des neuen griechischen Ministerpräsidenten Scharen von Journalisten (Welt, taz, Süddeutsche, Morgenpost, Bayerischer Rundfunk, Kurier, Spiegel, usw. usf.) die unglaublich witzige Überschrift  „Habemus Papademos“ einfallen wird, darauf hätte man seinen Kopf wetten können.

Kraxeln bei Eig

„Sie haben nie die Eiger Nordwand bezwungen“, steht in einem Artikel auf Zeit.de.[1]
Erst dachte ich, die Kenntnis der einfachsten Regeln des Getrennt- und Zusammenschreibens und der Verwendung von Bindestrichen wäre nun endlich auch den Spitzen des Bildungsbürger-Journalismus abhanden gekommen. Aber dann erweist es sich doch als harmloser. Dem Autor fehlen nur Geographiekenntnisse. Das verzeiht man leichter. Er erzählt von einem, der Wanderungen durchs ewige Eis nicht nur Grönlands, sondern auch Lapplands macht. Da wundert man sich nicht, wenn er glaubt, es gebe einen Ort namens Eig und bei diesem eine Nordwand.

Donnerstag, 10. November 2011

Kein Grund zur Panik

„Das Jury-Mitglied und der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, äußerte, dass trotz dieser Importwörter ‚sich das Deutsche in 50 Jahren [nicht] von der heute gesprochenen Sprache deutlich unterscheiden wird.’ Das Klagen über den Verfall der deutschen Sprache sei so alt wie die deutsche Sprache selbst.“ (Wikipedia, Stichwort „Wort des Jahres“)
War es nun das Jurymitglied oder Matthias Wermke? Wären es beide gewesen, müßte es ja „äußerten“ heißen. Nehmen wir an, der Herr Redaktionsleiter war's. Wie er wohl darauf kommt? Ich glaube nicht, daß ich vor 50 Jahren einen Satz wie „Eye Catcher für Hamburg: Wir verteilen Flyer, Folder und Plakate in relevanten Kultur- und Szeneoutlets“[1] hätte verstehen können, wo ich ihn doch jetzt kaum verstehe. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich oder irgendein anderer zu jener Zeit einen der Synchrofilm-Sprache entnommenen Satz wie „Ich hasse schlechten Sex“ verstanden hätte, den viele Heutige ja für importfreies Deutsch halten würden, während in Wirklichkeit außer dem „Ich“ nichts dafür gelten kann. Und die Einführungsgeschwindigkeit der Importwörter hat nicht ab-, sondern erheblich zugenommen; wenn das noch 50 Jahre im jetzigen Tempo, ohne Beschleunigung, weiterginge, dürfte die deutsche Sprache mehr Importwörter - damit sind selbstverständlich nur die frisch importierten gemeint, nicht Keks, Krokodil oder Fenster - enthalten als solche, die man heute für einheimische Produkte nimmt.
Vielleicht meint Herr Wermke ja, daß man Sätzen wie den genannten nicht in allen Kreisen und Lebenslagen begegnet; einiges spreche dafür, daß man auch in 50 Jahren für ein Gespräch über Wald und Bäume und Vöge- und Blümelein mit dem Wortschatz zurechtkommt, der schon den Dichtern der Romantik zur Verfügung stand. Das mag schon sein, jedenfalls sofern nicht einer auf den Gedanken kommt, daß Vöge- und Blümelein einen Beitrag zur Global Biodiversity leisten und der Wald in Wirklichkeit überhaupt kein Wald, sondern ein Ecosystem sei oder auch eine Opportunity für Outdoor-Events.
Aber selbst wenn man dies ausschließen könnte: Die Tatsache, daß man sich über manche Dinge noch mit Angehörigen beliebiger germanischer oder indogermanischer Sprachen einigermaßen verständigen kann, weil sich die Wörter für Begriffe wie essen und Nacht im Deutschen, Englischen und Lettischen nach wie vor sehr ähnlich anhören, berechtigt nicht zu der Behauptung, daß sich unsere Sprache von der unserer bronzezeitlichen Vorfahren nicht deutlich unterscheidet. Ob man das als Verfall bezeichnen soll – eine These, von der Dudenredakteur oder das Jurymitglied oder der Wikipedia-Autor, wie es scheint, meinen, sie sei für die, denen die Wortimporteure wie alle Modegecken auf die Nerven gehen,  mit der These der Veränderung notwendig verbunden – steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich  jedenfalls bin nicht dieser Meinung.

Mittwoch, 9. November 2011

Anglizismen sind das neue Imponierdeutsch

ist die Überschrift eines Artikels von Helga Kotthoff auf Zeit.de:
http://www.zeit.de/wissen/2011-11/anglizismen-wissenschaftssprache.

For You. Vor Ort

Zur Schlecker-Werbung "For You. Vor Ort" steht hier:
http://www.jungewelt.de/2011/11-03/008.php?sstr=
ein Kommentar von Wiglaf Droste.

Übersetzungsprobleme

„Er folgte in den letzten Jahren bereits mehrmals einer Einladung an die Medizinische Schule der weltberühmten Harvard Universität.“ „Er“ ist der Professor Bankhofer, „Autor und TV-Gesundheits-Experte, der so lebt wie er schreibt.“[1]
Es kommt sicher nicht von ihm selbst, denn das wäre einem Professor nicht unterlaufen, selbst wenn er TV-Gesundheitsexperte ist und vielleicht so schreibt wie er lebt. „School“ bedeutet nicht nur Schule. Die Journalisten können zwar alle hervorragend Englisch, das ist ja heutzutage Einstellungsbedingung, aber sie können es nicht ins Deutsche übersetzen. In unserem Fall bedeutet „school“ Fakultät oder auch Fachbereich. Eine Schule ist etwas ganz anderes. Eine medizinische, philosophische, ökonomische usw. Schule ist eine Gruppe von Wissenschaftlern ähnlicher Auffassung; die können über viele Universitäten und Fakultäten und manchmal auch Schulen – wenn einer z. B. Gymnasiallehrer geworden ist, was bekanntlich nicht wenige Schüler der Frankfurter Schule auf sich nehmen mußten – verteilt sein.

Dienstag, 8. November 2011

Machbarkeitswahn

„Die Material-Entwicklung im alpinen Ausrüstungsbereich hat entscheidend zur Machbarkeit der Eiger-Nordwand beigetragen.“[1]
Einen Wunsch hätte ich: Wenn die Wand machbar geworden ist, dann sollte man sie so machen, daß das Hinaufkraxeln weniger anstrengend ist – so, daß auch Leute wie ich eine Chance haben, oben anzukommen. Halb so hoch fände ich sinnvoll, und nicht so steil.

Montag, 7. November 2011

History wird gemacht

„Knopp: Das sehe ich anders. Als ich damit begann, gab es einen Aufschrei in den Feuilletons. Aber mittlerweile ist Reenactment akzeptiert und als notwendig erkannt. Es gibt dazu keine Alternative.“[1]
Guido Knopp ist der, von dem es heißt, seine Fernsehfilme ließen sich ertragen, solange er nicht selbst auf dem Bildschirm erscheint. Ich ertrage sie allerdings schon deshalb nur schwer, weil sie „History“ heißen. Herr Knopp, Sie können mit mir ruhig deutsch reden; was „Geschichte“ bedeutet, weiß ich auch ohne englische Übersetzung. – Ganz großen Verdruß bereitet mir die Politikerphrase „Es gibt dazu keine Alternative“. Nicht nur eine gibt es, sondern viele, wie immer, wenn sie so reden. Sie mögen sie nur nicht.

Sonntag, 6. November 2011

Wikipedia-Definitionen


Manchmal vertiefen Wikipedia-Definitionen das Verständnis der definierten Sache, das man vorher schon hatte, nicht sonderlich: „Ein Manager ist eine Person, die Managementaufgaben in einer Organisation (Unternehmen) wahrnimmt. .... Führung ist ein Teilbereich des Managements, folglich benötigen Manager vor allem Managementkompetenzen, während Führungskräfte insbesondere über Führungskompetenzen verfügen müssen.“ [1]
Unerwartet ist in diesen Sätzen nur „folglich“. Vertieft hat gerade das mein Verständnis aber nicht, es ist einfach falsch.

Freitag, 4. November 2011

Ausschluß eingeschlossen

„Weniger der Ausschluss aus der Institution als die Ausgestaltung der institutionellen Inklusion ist heute für den Verlust von realer Teilhabe entscheidend.“[1]
Nach gründlicher Überlegung und sorgfältiger Erforschung des Kontexts resp. Umfelds (oder heißt’s Umgriffs?) kam ich zu dem Ergebnis, daß uns damit etwa folgendes gesagt werden soll: 
Wenn aus einem nichts wird, pflegt das heute weniger daran zu liegen, daß er in die besseren Schulen nicht hineingelassen wird, sondern eher daran, daß man ihm in diesen nichts Rechtes beibringt.


[1] Kronauer , DIE Forum Weiterbildung 2007 in http://www.die-bonn.de/doks/kronauer0701.pdf

Mittwoch, 2. November 2011

Konsequente Kleinschreibung

Die Kleinschreiber – im Internet wimmelt es von ihnen, im wirklichen Leben sind sie noch relativ selten – bereiten mir Mühe. Man muß gar nicht an den Klassiker erinnern (den armen vögeln helfen). Auch an ganz einfachen Dingen des täglichen Lebens sieht man, was alles durcheinandergerät, wenn man den Unterschied zwischen Groß und Klein einschleift. Daß frische Leberwurst etwas ganz anderes ist als Frische Leberwurst, weiß man spätestens, wenn man eine verdorbene Frische Leberwurst gegessen hat.

Dienstag, 1. November 2011

Kommunistisches Manifest – verbesserte Auflage

„Im 2003 vom Hessischen Sozialministerium entwickelten Rahmenkonzept zur Verbesserung der Betreuung jüngerer Menschen mit Behinderung sowie chronisch Kranker in Altenpflegeheimen heißt es dazu, dass zum einen für Menschen mit Behinderungen, die bereits in Pflegeheimen leben, personenzentrierte Angebote und separate Wohngruppen zu bilden sind, und zum anderen je nach Wunsch und Bedarf ein selbstbestimmter und freiwilliger Umzug nach ihren Vorstellungen und Bedarfen in eine selbstgewählte Wohnform der Behindertenhilfe umgehend ermöglicht werden soll.“[1]
Man sollte die bekannte Marx’sche Definition des Kommunismus zeitgemäß umformulieren: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedarfen.





[1] Modellprojekt „Selbstbestimmt wohnen im Alter – Gestaltung sozialer Infrastruktur für Menschen mit Behinderung angesichts demografischer Herausforderungen“. Evangelische Akademie Hofgeismar, Zweiter Meilensteinbericht. http://www.ekkw.de/akademie.hofgeismar/Projekt/Zweiter%20Meilensteinbericht.pdf (8.9.2010).

Montag, 31. Oktober 2011

Schienenverkehr

Seit mindestens 30 Jahren dringt ein Jammern und Wehklagen aus der Sphäre der Politik: Der Individualverkehr, vor allem der motorisierte, nehme immer mehr zu und es gelinge nicht, ihn oder die Mobilität, die uns unschätzbare Vorteile bringt und allen außer mir so am Herzen liegt, „auf die Schiene“ zu verlegen.
In der Tat, das ist verwunderlich, weil es vermutlich nicht einen einzigen Politiker gibt, der da nicht mit aller Kraft hinterher wäre, was jeder auch immer wieder in aller Deutlichkeit kundtut. Woher es kommt, daß all die Mühe nichts fruchtet, hat man bisher nicht vollständig aufzuklären können. Vielleicht liegt’s daran, daß die Politiker halt auch der Automobilindustrie gern einen Gefallen tun und Deutschland ohne Opel nicht mehr Deutschland wäre. Oder es liegt am Mehdorn, der während seines äonenlangen Wirkens gewiß der unbeliebteste Deutsche neben dem berüchtigten Bayern-Manager Uli Hoeneß war.
Eine unausweichliche Folge dieser Mißerfolge war, daß sich die Schiene ein Ventil suchte. Was das Wort jenseits der Welt des Eisenbahnwesens und der Unfallmedizin bedeutet, weiß keiner, aber gerade deshalb kann man  es praktisch für alles verwenden, d. h. es bedeutet ziemlich haarscharf das, wozu man früher „etwas“ oder, als dessen Steigerung, „irgendwas“ gesagt hat. Besonders gern wird es in Debatten eingesetzt.
Über 100.000 Treffer ergab bei Google „ganz andere Schiene“ (Juli 2010). Vorwiegend gebrauchen Diskutierer in Internetforen diese Wendung. Der Schulbuchverlag Cornelsen „ist eine ganz andere Schiene“ als irgendwas anderes, und Harry Potter ist „doch ne ganz andere Schiene als Twilight“; „ein wenig Gemüse oder was auch immer vorzukosten (man muss ja auch die Temperatur prüfen...) ist ja wohl auch eine ganz andere Schiene als einen Nucki abzulutschen“, „Relaktieren ist ja auch nochmal eine ganz andere Schiene als allgemein zu wenig Milch“, irgendwas „fällt“ „in ne ganz andere Schiene“, und in Großbritannien „müßtest du“ „eine ganz andere Schiene einschlagen“; „beim Sequel“, was immer das sein mag, macht man genau das bereits jetzt, und „klar ist ne Mail ne ganz andere Schiene als ein Anruf“, und wiederum eine „andere Schiene fährt das Technologie orientierte [sic!] Forschungsunternehmen bubbles & beyond“, und auch „VW ist da eine ganz andere Schiene gefahren“.
Ist's noch auszuhalten? Komm, süßer Tod, komm selge Ruh! (Anonymus, Dresden 1724) möchte man rufen. Wenn man nur wüßte, wo diese Schiene hinführt bzw. hinfährt bzw. hingefahren wird.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Tauschgeschäfte

Einen „Gesprächsaustausch mit Menschen islamischen Glaubens“ preist der „Landesbildungsserver Baden-Württemberg“ an.[1] 
Der Tausch findet in einem Gymnasium statt, und zwar im Fach Katholische Religionslehre. Daß man bei einem Gespräch Meinungen, Informationen, vielleicht sogar Gedanken austauscht, leuchtet mir ein. Aber wie man es schaffen soll, ganze Gespräche auszutauschen, das kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht indem man sie aufzeichnet und dann die Tonträger oder die Protokolle tauscht? Aber tauscht man dann wirklich die Gespräche aus, nicht bloß die Aufzeichnungen?

Freitag, 28. Oktober 2011

Beziehungsorientierte Empfindung


„Die beziehungsorientierte Marketingdefinition legt den Schwerpunkt auf die Zielsetzung des Marketings, Kundenbeziehungen aufzubauen, zu erhalten und zu stärken, und zwar mithilfe von gegenseitigem Austausch und der Erfüllung von Versprechen (und somit dem Aufbau von Vertrauen).“[1]
Da wird mancher staunen. Bisher bestand das Wesen des Reklamewesens, wird er denken, darin, die Kunden übers Ohr zu hauen, indem man ihnen das Blaue vom Himmel verspricht, um in ein Verhältnis einseitigen Austauschs, also keines Austauschs zu treten. Nun ist der Austausch gegenseitig, also ein Austausch, und es werden Versprechen erfüllt und Vertrauen wird aufgebaut.
Aber keine Angst, da haben sich nicht Haie in Friedfische oder gar Gutmenschen verwandelt; ganz so toll treibt man es in der Branche nicht, man bleibt der Tradition doch im wesentlichen treu. Es geht keineswegs darum, gerechtfertigtes Vertrauen aufzubauen, sondern nur Vertrauen. Dafür hält man sich die Kundenzufriedenheitsforscher.
„Zufriedenheit entsteht als Empfindung des Kunden durch seinen Vergleich von wahrgenommenem Wertgewinn (als Resultat des Kaufs) und erwartetem Wertgewinn (vor dem Kauf).“
Es kommt nur auf die Empfindung an; wer nicht merkt, daß er reingelegt worden ist, hat die gewünschte Empfindung nicht weniger als einer, der nicht reingelegt worden ist, und das reicht ja. Vielleicht ist das ja gemeint, wenn definiert wird: „Kundenzufriedenheit bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre ... ein abstraktes Konstrukt der Sozialforschung.“[2]

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Zerwühlte Nähe


„Erleben Sie aufregende erotische Abenteuer mit echten Mitgliedern in Ihrer Nähe“, fordert uns Flirtfair.de auf.
Ganz klar ist die Aussage nicht. Aufregende erotische Abenteuer gibt es wohl auch sonst noch, aber vermutlich nicht mit Mitgliedern, oder doch mit Mitgliedern, allerdings nicht mit echten, und wenn schon mit echten, dann nicht in der Nähe. Da jedoch kann der Verein mit seinen 2 Millionen (ebd.) garantiert echten Mitgliedern in der Nähe abhelfen. Anfassen tut man sich beim Abenteuer vermutlich nicht, Nähe reicht. Mit „Nähe“ wird wohl gemeint sein, daß beispielsweise bei „Bondage kombiniert mit Champagner oder in zerwühlten Laken durch purem [sic!] echten Sex“ der Partner, mit dem man sich vergnügt, nicht etwa in Baltimore oder Rio sitzt, sondern so nahe, daß man „beim Sex“ zum Ortstarif telefonieren kann bzw. könnte, wenn es diesen noch gäbe. (Den Jüngeren wird dieses Wort unbekannt sein, sicher aber kennen sie CityCall.)
Vielleicht ist's aber anders zu verstehen. Die Laken sind möglicherweise doch nicht nur virtuell, und „Nähe“ soll nur ausdrücken, daß das Mitglied in derselben Gegend wohnt, so daß Ehefrau oder -mann leicht dahinterkommen können. Und dann ist natürlich das erotische Abenteuer, wie von der Firma versprochen, mit einiger Aufregung verbunden.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Sozialer Absturz der Forscher


Forscher waren einst hochangesehene Leute.[1] Sie durchsegelten die Südsee auf der Suche nach paradiesischen Inseln, besiegten Pest und Cholera, gruben Troja aus oder fanden die Formel E = mc2. Staatsmänner, Künstler und Feldherren mußten sich anstrengen, um mithalten zu können im edlen Wettstreit um ewigen Ruhm. "Böt' mir der König seine Krone / Ich dürfte sie mit Recht verschmäh'n". Da hat der Dichter vermutlich – Gralsrittern begegnete man zu seiner Zeit ja kaum mehr – einen Forscher vor Augen gehabt. In den letzten Jahren hat der Ruf der Forscher allerdings ziemlich gelitten.

Das kommt daher, daß sie nicht aufgepaßt haben, als in ihren Reihen Branchen aufkamen wie die Akzeptanzforschung und die Trendforschung (von der Usabilityforschung reden wir lieber gar nicht). Die Akzeptanzforschung ist eine Abteilung des Reklameunwesens. Im wesentlichen beschäftigt sie sich damit, Tricks auszutüfteln, mit denen Dinge, die nicht nur keiner haben will, sondern die man sogar in der Regel mit aller Gewalt von sich wegschiebt, doch noch an den Mann zu bringen sind, z. B. Atomkraftwerke oder Sondermüllkippen oder Nationalparks. Die Verachtung, die der Reklame im allgemeinen entgegenschlägt, jedenfalls wenn man sie so nennt und nicht z. B. Marketing, trifft auch diese ihre Abteilung, und schade ist's darum nicht.
Nicht ganz so verhält es sich mit der Trendforschung. Auf sie überträgt sich eine andere Art der Geringschätzung, nämlich die, unter der ihre Vorgängerdisziplin zu leiden hatte, bevor das Gewerbe akademisiert wurde. Die Vorgängerinnen der Trendforscher gehörten meist zum fahrenden Volk, und unter diesem war nichts mehr. Politisch korrekt ist diese Verachtung heutzutage natürlich ganz und gar nicht. Im Gegenteil, die allgemeine Demokratisierung hat sonst allenthalben dazu geführt, daß man sich seiner niederen Herkunft nicht schämt und sich im Gegenteil dafür entschuldigt, daß der Urgroßvater Rittergutsbesitzer war. Unangenehm ist, daß man selbst Studiendirektor ist und nicht mehr wie die Vorfahren Kutscher oder Köhler.
Eine solch tiefe Kluft trennt allerdings die früheren Wahrsagerinnen und die heutigen Wahrsager nicht. Zwar sind letztere größtenteils männlich und gehören nur selten, wenn überhaupt je, dem Volk der Sinti und Roma an. Hinsichtlich der Art der Prognosen und ihrer Präzision aber ist kaum ein Unterschied auszumachen.
Zum Beispiel:
Trendforscherinnen der alten Art:
„Es sieht ganz so aus, als ob Sie im Jahr 2010 Ihrer Karriere recht spürbar auf die Sprünge helfen können. Uranus gibt jedenfalls grünes Licht für neue Vorhaben und Projekte, und Pluto verleiht Ihnen Durchsetzungsvermögen und den nötigen Biss. Speziell im Frühsommer können Sie mit Saturns Unterstützung Nägel mit Köpfen machen und dafür sorgen, dass Erfolge keine Eintagsfliegen, sondern von Dauer sind. Lediglich eines müssen Sie ein wenig im Zaum halten. Und zwar Ihren ausgeprägten Ehrgeiz, der bis Jahresmitte leicht in blinden Eifer ausarten kann.[2]

Trendforscher der neuen Art:
„ManComm sieht für Christian Wulff im Jahr 2010 diese Entwicklungs- und Ereignistrends:
Neue Ideen, neue Interessen, neue Beschäftigungen und/oder Tätiqkeiten können Bedeutung erlangen.
Ein Jahr der Dynamik und markanter Ereignisse, die Erfolg aber auch Misserfolg sein können. Logisches Denken, genaues Überlegen und Zähigkeit helfen weiter. Nutzen guter Beratung und Wirklichkeitsnähe führen zum Erfolg. Zu starke Emotionalität und Sentimentalität vermeiden.“[3]



[1] Das Problem, dem wir uns heute widmen, hat, wenigstens auf den ersten Blick, wenig mit Schwierigkeiten beim Sprechen der deutschen Sprache zu tun, mit der  allgemeinen zerebralen Zerbröselung  aber schon.