Die weibliche Form von Moslem oder Muslim ist Moslemin oder Muslimin, jedenfalls wenn es nach den Regeln der deutschen Sprache ginge. Wer mag bloß die Muslima erfunden haben? Claudia Roth vielleicht? Und warum? Ich glaube es zu erraten, ohne es doch zu verstehen. Wer Muslima sagt, sagt auch Indigena – da, wo man vorher Indianerin sagte. Auf mysteriöse Weise reiht man sich damit ein in die Front der Kämpfer gegen die political incorrectness und den Eurozentrismus, denn die Europäer haben ja „Indianer“ erfunden. Daß „Indigena“ ein Fremdwort (europäischen Ursprungs) für das ganz und gar unkorrekte „Eingeborene“ ist, stört merkwürdigerweise wenig.
Ähnlich geht’s den australischen Eingeborenen. Keiner sagt das mehr. Widerfährt es einem, ist's ihm fast so unbehaglich, als ob ihm „Neger“ oder „Zigeuner“ über die Lippen gerutscht wäre. Er könnte ja auch Ureinwohner sagen, klingt vielleicht nicht ganz so verboten, aber er übersetzt die Eingeborenen lieber in die Sprache derer, die sie auszurotten versucht haben, sagt also Aborigines, und schon weiß er sich auf der Seite der Guten.