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Montag, 19. September 2011

Muslima

Die weibliche Form von Moslem oder Muslim ist Moslemin oder Muslimin, jedenfalls wenn es nach den Regeln der deutschen Sprache ginge. Wer mag bloß die Muslima erfunden haben? Claudia Roth vielleicht? Und warum? Ich glaube es zu erraten, ohne es doch zu verstehen. Wer Muslima sagt, sagt auch Indigena – da, wo man vorher Indianerin sagte. Auf mysteriöse Weise reiht man sich damit ein in die Front der Kämpfer gegen die political incorrectness und den Eurozentrismus, denn die Europäer haben ja „Indianer“ erfunden. Daß „Indigena“ ein Fremdwort (europäischen Ursprungs) für das ganz und gar unkorrekte „Eingeborene“ ist, stört merkwürdigerweise wenig.
Ähnlich geht’s den australischen Eingeborenen. Keiner sagt das mehr. Widerfährt es einem, ist's ihm fast so unbehaglich, als ob ihm „Neger“ oder „Zigeuner“ über die Lippen gerutscht wäre. Er könnte ja auch Ureinwohner sagen, klingt vielleicht nicht ganz so verboten, aber er übersetzt die Eingeborenen lieber in die Sprache derer, die sie auszurotten versucht haben, sagt also Aborigines, und schon weiß er sich auf der Seite der Guten.

Dienstag, 3. Mai 2011

Super-Osama

Zehn Jahre hat man gebraucht, um Bin Laden zu finden. Lang hat man also gesucht, alle Ecken der Welt hat man durchstöbert. Das macht man nicht bei einem, der bloß der meistgesuchte Terrorist ist. Es muß schon, wie uns der CDU-Politiker Bosbach gestern in Phoenix erklärte, der meistgesuchteste sein.

Samstag, 12. März 2011

Hau-Ruck-Deutsch

Die bayerische Sozialministerin Haderthauer ist der Meinung, so war kürzlich in den Zeitungen zu lesen[1], daß jeder innerhalb eines Jahres Deutsch zu lernen hat. Kinder schaffen es ja auch in dieser Zeit, meint sie. Wenn’s einer nicht lernt, will sie ihn zwar nicht gleich rausschmeißen, aber ihm doch manche Sozialleistungen kürzen oder so ähnlich.
Es ist schön, daß sie sich so eifrig um die deutsche Sprache bemüht – mit Erfolg, denn eben (10.3.2011) hat die Bundesregierung die Idee aufgegriffen. Doch sollte man nicht schematisch vorgehen. Zu berücksichtigen wäre, daß das höchstmögliche Lerntempo vom Alter abhängt. Auch wenn es jeder kennt, wir zitieren es noch einmal: „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne daß Sie am Hauptbahnhof noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen, am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug.“ Darf man von dem alten Herren wirklich verlangen, daß er seinen Rückstand in nur einem Jahr aufholt?
Die das hier
 „Shape.de - Das Sport und Wellness, Fashion und Lifestyle Magazin“[2]
anbieten und dabei „interessante Shape-Members“ zueinander bringen, scheinen mir aber noch ziemlich jung zu sein. Sie sollten es packen können in einem Jahr. Wenn nicht: Ich wäre für Ausbürgerung. Das ist humaner als vieles andere, was die Frau Ministerin im Sinn haben mag, denn die finden sich in der Welt draußen mit ihren Englischkenntnissen sicher leicht zurecht, während es in Deutschland doch einige gibt – mich zum Beispiel –, denen sie sich offenbar nicht so ohne weiteres verständlich machen können.



[1] 13.11.2010.

Freitag, 28. Januar 2011

Beitragsintensive Komplexität





„Da das Thema komplex und oft beitragsintensiv ist, können bei Fehlentscheidungen leider auch hohe finanzielle Verluste realisiert werden“, schreibt einer auf easyfi­nanz24.de.[1]
Puh, das macht einem zu schaffen. Daß ein Thema komplex sein kann, leuchtet ein. Solche Themen mögen unsere leicht-luftigen Finanzierer besonders gern, weil man dann schon mal unterschreibt, bloß um sich mit den komplexen Ausführungen des Kundenberaters nicht länger plagen zu müssen. Aber beitragsintensiv? Wenn solche Leute beitragsintensiv sagen, meinen sie teuer, ein Wort, das sie vor Kunden ungern in den Mund nehmen.
Doch was ist ein teures Thema? Wenn es teuer ist, dann muß man es irgendwo kaufen können. Wo aber kriegt man Themen? Gibt es spezielle Themenläden? Be­kommt man Themen bei Lidl vielleicht ganz billig, bzw. kostenextensiv? Und was hat es mit dem „realisiert“ auf sich? Was verwirklicht wird, muß als Idee, als Absicht, als Plan schon vorhanden gewesen sein, sonst ergibt „realisiert“ keinen Sinn. Hat easy­finanz die hohen Verluste – es sind ja gewiß nicht die eigenen – geplant? Ich kann das angesichts der Komplexität des Themas nicht mit letzter Sicherheit behaupten, aber wundern würde es mich nicht.