Manche sind der Meinung, früher sei alles besser gewesen. Dem stimme ich nicht zu. Im Gegenteil, ich bin der Auffassung, daß es uns alles in allem immer besser geht, je näher wir dem Weltuntergang rücken, so wie Ikarus immer fideler wurde, je näher er der Sonne kam. Was aber den Zustand der deutschen Sprache angeht, so möchte ich den Vertretern jener Meinung doch recht geben. Bei Google ergab die Suche nach „zweiteres“ 71.000 Treffer (27.9.2010). Hätte man es vor 40 oder 50 Jahren für möglich gehalten, daß das auch nur ein einziges Mal vorkommt? Selbst in den, wie es heute im Jargon derer heißt, die sich für gebildet halten, bildungsfernsten Schichten dürfte das keinem in den Sinn gekommen sein. Man sollte pensionierte Hilfsschullehrer fragen, ob sie je gezwungen waren, hier berichtigend einzugreifen. Vermutlich würden sie verneinen.
Wie kam es, daß man früher ein Unwort, das doch in der Logik des vorausgehenden „Ersteres“ liegt, gar nicht in Betracht zog? Ich weiß es nicht; vielleicht hat jemand eine Idee? Man hatte einfach ein Gefühl dafür, was die Sprache zuläßt und was nicht. „Zweiteres“ war so wenig möglich wie „auf Ebene von“, „in Abhängigkeit der“ und "in Leitfaden gestützten Interviews“, was heute vor allem Studenten ganz leicht aus der Feder fließt.